Ostdeutsches Baumarchiv

Zweite Franzoseneiche in Lychen - Umfang 5,46 m

Zweite Franzoseneiche in Lychen - Umfang  5,46 m [Foto groß ansehen] Sie ist die schwächere der beiden Franzoseneichen. Ihre schmale Krone wurde durch Astasubrüche über die letzten Jahre weiter reduziert. Ihr Stammsockel ist an drei Stellen durchbrochen, hohl und durchschaubar. Die Eiche ist mit zwei Stahlseilen, die in die Krone reichen an der oberen Hangkante befestigt. Eine sehr außergewöhnliche Art der Sicherung, die wir bisher so nur sehr selten gesehen haben.

Wenige Meter oberhalb am Weg steht die stärkere Franzoseneiche.



Auf einer Tafel wird die Geschichte und die Herkunft der Namen der Eichen wie folgt beschrieben: Im März 1807, während der französischen Besatzung, wurden drei französische Ärzte, die auf Grund einer Versetzung unterwegs waren, im Wald bei Lychen überfallen und erschossen, wobei ein Arzt durch Flucht dem Tode entkam. Dem Bürgermeister der Stadt war sofort klar, das aus dieser Tat der ganzen Stadt durch Vergeltung durch die französischen Besatzer entstehen könnte. Die Täter konnten schnell gefunden werden und den, vom Standort der französischen Besetzer in Zehdenick, herbeigeeilten kommandierenden französischen Offizieren präsentiert werden. Die Gefahr für die Stadt war damit gebannt. Beide angeklagte Täter wurden in einer gerichtlichen Verhandlung zum Tode durch Erschießen verurteilt und "in der Nähe des Angelbergs" hingerichtet. Obwohl eine genau Zuordnung des Hinrichtungsortes zum Standort der Franzoseneichen nicht nachgewiesen werden kann, so könnte man doch diese Überlieferung glaubhaft sein.



Ort: Lychen.

Landkreis: Uckermark.

Standort: Südrand des Lychener Stadtsees an der Kienofenpromenade.

Naturdenkmal: Ja.

Baumart: Stiel-Eiche, Quercus robur.



Besucht in den Jahren: 2004, 2014, 2020.

Umfang 2020: 546 cm. Photo hier aus dem Jahr 2004.



GPS-Koordinaten: 53.206427, 13.313920.

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