Ostdeutsches Baumarchiv

"Eulenbaum" im Tiergarten von Prötzel (Quercus robur), Umfang 5,98 m

[Foto groß ansehen] iese Stieleiche hat irgendwann das Prädikat "Eulenbaum" bekommen, vielleicht weil in Ihrem Stamm in einer der zahlreichen Höhlungen immer wieder Eulen den Tag verschlafen. So heißt es im Entwurf für die Naturdenkmalsverordnung im Jahr 2010: "Eulenbaum, Stieleiche südwestlich des Schloßsees an einer Wegkreuzung im Wald ("Tiergarten"). Für die Art besonderer StU, unklar, ob Bestandteil des denkmalgeschützten Parks. U=620(130)." Aus alten Zeiten überliefert ist dieser Name nicht.

Seit wir sie im Jahr 2000 das erste Mal gesehen hatten, und damals zunächst auch fälschlich für die bei Fröhlich im Band 8 der Reihe Wege zu alten Bäumen erwähnte Eiche gehalten hatten, hat sie sich kaum verändert. Ihre Krone besteht aus zwei V-förmig zwieselnden Stämmen, mit wenigen noch belaubten Kronenästen. Je stärker der sie umgebende Bestand sie überwächst und verschattet umso geringer werden die Chancen für Ihr Überleben.
.
Wie die vielen anderen Starkeichen im ehemaligen des Tiergarten des Schlosses auch, wurde sie wahrscheinlich bereits vor über 100 Jahren im Entwurf für das Forstbotanischen Merkbuch für die Provinz Brandenburg (1900-1910) erwähnt: "Im Tiergarten auf der Südseite des Schlosses viele starke alte Stieleichen am westlichen Eingange links am Wege eine solche von 5,35 m U., 17 m H. und 8 m Kd, weiterhin eine Stieleiche von 5,59 m U." In 1m Höhe maßen wir zuletzt 6,17 m Umfang, was passen könnte zu den 5,35 vor 100 Jahren, da wir selbst in den 15 Jahren, in denen wir sie mehrmals besucht haben nur insgesamt 10 cm Zuwachs ermitteln konnten.

Die ehemals stärkste Eiche des Tiergartens, schon lange abgestorben, wird hier porträtiert.



Ort: Prötzel.

Landkreis: Märkisch-Oderland.

Naturdenkmal: Ja.



Besucht in den Jahren: 2000, 2001, 2003, 2004, 2006, 2009, 2015.

Umfang 2015: 598 cm. Photo hier aus dem Jahr 2015.



Quellen: HAUCHECORNE: BArch B 245/256 und 245/257, Sammlung, Forstbotanisches Merkbuch der Provinz Brandenburg der Staatlichen Stelle für Naturdenkmalpflege, Berlin, 1900; NDVO (1950): Verordnung über Naturdenkmale des Kreises Oberbarnim; NDVO (2011): Verordnung über Naturdenkmale des Landkreises Märkisch-Oderland.



GPS-Koordinaten: 53.190191, 12.467275.

vorheriges Foto nächstes Foto